Mineralöl in Kosmetik – eine Gefahr für unsere Gesundheit?

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verschiedene Kosmetika wie Lippenstifte und Cremes

Mineralöl – gehört das nicht in den Tank? Was hat Mineralöl in Kosmetik zu suchen und ist es gefährlich für unsere Gesundheit? Wir wollen hier keine Panik verbreiten, sondern sachlich über Risiken und deren Hintergründe informieren.

Warum ist überhaupt Mineralöl in Kosmetik?

Für Öle, Vaseline und Wachse werden schon seit Jahrzehnten auf Mineralöl basierende Rohstoffe verwendet. Das ist für die Hersteller preisgünstig und sorgt für lange Haltbarkeit. Zudem dienen auf Mineralöl basierende Stoffe als Weichmacher oder Lösungsmittel und verursachen keine Allergien. Sie unterscheiden sich aber deutlich von ihrem Ausgangsstoff Erdöl. Dieses wird gereinigt und aufbereitet, bis Rohstoffe entstehen, die farb– und geruchlos sind.

Welche Produkte wurden getestet und was war das Ergebnis?

Die Stiftung Warentest fand bei einem Test im März 2015 zufällig heraus, dass ein Produkt mit vermutlich gesundheitsschädlichen aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet war. Daraufhin wurden 25 Produkte systematisch unter die Lupe genommen, darunter gängige, in Drogerien erhältliche Kosmetikprodukte wie u.a.:

  • Cremes
  • Hairstylingprodukte
  • Babypflege
  • Vaselinen
  • Lippenpflegestifte

Das Ergebnis: alle der getesteten Produkte sind mit aromatischen Kohlenwasserstoffen (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, im Folgenden als MOAH abgekürzt) belastet. MOAH stehen in Verdacht, krebserregend zu sein.

Wie schädlich für die Gesundheit ist Mineralöl in Kosmetik ?

Laut Stiftung Warentest hat die Efsa (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) die Aufnahme von MOAH durch die Nahrung als „potenziell besorgniserregend“ eingestuft, weil diese das Risiko für Krebs erhöhe. Nun werden zwar Kosmetikprodukte nicht direkt gegessen, aber sie werden über die Haut oder die Lippen aufgenommen und stellen damit eine potenzielle Gefährdung für die Gesundheit dar.

  • Den geringsten Anteil an MOAH (0,005%) hatte ein Körperöl. Selbst dieser Wert ist jedoch acht Mal höher als die in Lebensmitteln gefundene Belastung.
  • Bei einem Lippenstift wurde ein deutlich höherer Wert von 1,4% an MOAH nachgewiesen.
  • Die größte Belastung fand sich in Vaselinen: mit 9% MOAH-Anteil weist sie laut Stiftung Warentest eine gegenüber Lebensmitteln 15.000-fach höhere Belastung auf.

Wissenschaftler wissen zwar, dass Mineralöle über die Haut und wie im Falle von Lippenstift erst recht über den Mund aufgenommen werden. Es bestehen aber noch Forschungslücken, wie gefährlich die langfristigen Wirkungen im menschlichen Körper einzustufen sind.

Dr. Konrad Grob, der Leiter eines Züricher Labors, moniert den lange zu sorglosen Umgang mit Mineralöl in Kosmetik und wird von der Stiftung Warentest mit einer Aussage zitiert, in der er davon abrät, die Produkte weiter wie bisher zu verwenden, wenn wir die Risiken nicht beherrschen.

Keine Panik, aber Vorsicht bei der Verwendung

Solange nicht alle Auswirkungen durch eine MOAH-Aufnahme über die Haut detailliert untersucht sind, sollten wir nicht in Panik geraten. Die Stiftung Warentest rät jedoch dazu, Lippenpflegeprodukte zu verwenden, die nicht auf Mineralöl basieren und zu Vorsicht im Umgang mit Vaselines und Cremes: sie sollten nicht am Mund verwendet werden.

Video: DIY Lip Balm ohne Vaseline I 3 Varianten

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Titelbild: ©iStock.com – PainterSaba

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