Eurovision Song Contest 2015 – Die Australier zu Gast in Wien

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Eurovision Song Contest 2015

Gehört Australien zu Europa? Wenn es um die Europäische Rundfunkorganisation (EBU) geht, die auch der Organisator des European Song Contest (ESC) 2015 ist, ist die Antwort ein klares Ja. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Menschen in Down Under den Wettbewerb gespannt verfolgen – und dieses Jahr erstmals ihren eigenen Kandidaten ins Rennen schicken dürfen.

Eine überraschende Entscheidung, die Brücken baut

Es ist nicht die erste Überraschung, die die EBU für den ESC 2015 bereithielt. Bereits die Entscheidung für Wien als Austragungsort des Finales hatten viele Anhänger nicht vorausgesehen, denn lange Zeit galt Innsbruck als nahezu unschlagbarer Favorit.

Doch mit einer Einladung für Australien, am diesjährigen Contest teilzunehmen, hatte im Vorfeld niemand gerechnet – am wenigsten die Eingeladenen selbst. Diese zeigten sich auch in einer ersten Reaktion entsprechend freudig überrascht. Gründe für die Entscheidung gibt es allerdings gleich mehrere.

So gehören die Australier schon seit Jahrzehnten zu den begeisterten Fans des Wettbewerbs. Er wird trotz der Zeitverschiebung bereits seit 1974 auf der Insel ausgestrahlt und erfreut sich besonders in den letzten zehn Jahren einer rasch wachsenden Popularität. Unter anderem diese Begeisterung hat Australien nun die Teilnahme ermöglicht – in Verbindung mit dem Motto des ESC 2015 in Wien: „Building Bridges“ – „Brücken bauen“.

Achtung aufgepasst!

Guy Sebastian – ein fast typischer Australier

Am 5. März präsentierte dann auch der australische Fernsehsender SBS, der den Contest alljährlich überträgt, seinen Kandidaten für den Titel. Die Wahl fiel auf den 33 Jahre alten Guy Sebastian, der bereits eine lange Liste erfolgreicher Auftritte vorweisen kann.
Sein Durchbruch gelang ihm mit dem Sieg in der TV-Show Australian Idol, in der wie bei der Muttersendung American Idol oder bei „Deutschland sucht den Superstar“ junge Nachwuchstalente gegeneinander antreten.

Gesungen hat er seitdem unter anderem auch für den Papst. 2008 war sein Lied „Receive the Power“ die Hymne für den katholischen World Youth Day, der in diesem Jahr in Sidney veranstaltet wurde. Geboren ist Guy Sebastian allerdings nicht in Australien, sondern in Malaysia, wo er bis zu seinem sechsten Lebensjahr lebte.

Für die Aussies kein Problem:

„Mit seiner Einwandervergangenheit repräsentiert er den Kontinent perfekt. Australien ist heute so vielfältig und viele von uns haben unterschiedliche Wurzeln.“

Kommentierte Michael Ebeid von SBS die Entscheidung.

Video: Eurovision Song Contest 2015 – Recap of ALL Songs!

Die Australier dürfen zum ersten Mal auch abstimmen

Bislang waren die Zuschauer auf der anderen Seite der Weltkugel vom Televoting ausgeschlossen. Das soll sich in diesem Jahr natürlich ändern, auch wenn das genaue Verfahren bislang noch nicht feststeht. Nach den Regeln des ESC können sie allerdings nicht für das eigene Land abstimmen, das müssen die Europäer für sie übernehmen. Einen Vorteil hat Guy Sebastian aber auf jeden Fall hinter sich: Sein Platz im Finale ist ihm bereits jetzt sicher.

Stadt Wien von oben

Wegen der einzigartigen Gelegenheit und um gegenüber anderen Ländern nicht benachteiligt zu sein, ist bereits jetzt ein Auftritt für ihn reserviert. Sollte er dann tatsächlich gelingen, wird der ESC nächstes Jahr aber entgegen der Tradition nicht im Land des Gewinners abgehalten werden. Er soll in Kooperation mit SBS in Europa stattfinden, das in diesem Fall wieder einen Kandidaten schicken dürfte.

Guy Sebastian ist nicht ganz allein

Der einzige Australier beim ESC wird Sebastian allerdings nicht sein. Hinter den Kulissen ist auch Hayley Aitken mit von der Partie. Sie hat in ihrer Wahlheimat Stockholm als Ko-Autor für Moldova „I want your love“ mitgeschrieben. Selbst als Teilnehmer ist Guy nicht der erste Australier:

Vor ihm standen bereits New Seekers, Gina G und Olivia Newton John auf der Bühne und traten für Großbritannien an.

Hier weiterlesen: The Show must go on: Queen-Musical in Hamburg

Bildquellen:
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