Was bringt EMS Training? Super effizient oder super teuer?

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EMS Training_Mann macht einen horizontalen HandstandDas EMS Training ist der Fitnesstrend für Leute, die ihre Muskeln in kurzer Zeit nachhaltig aufbauen möchten. Diese Art des Trainings hat ihren Preis, doch Forschung wie auch viele Erfahrungsberichte sprechen dafür, dass es sich lohnt.

Training unter Strom

EMS steht für „Elektrische Muskelstimulation„. Bei dieser Form des Muskeltrainings werden dem Sportler Elektroden angelegt, die leichte elektrische Impulse an die Muskeln abgeben. Normalerweise ist das Gehirn dafür zuständig, die Muskeln aktiv anzusteuern und über die Nervenbahnen zu einer Kontraktion zu veranlassen. Beim EMS übernimmt eine Maschine diese Funktion und aktiviert während der 20-minütigen Übungseinheiten kontinuierlich die Muskulatur.

Die Elektroden sind in einer Weste für den Oberkörper und elastischen Bändern für Arme und Beine eingearbeitet. Ein persönlicher Trainer stellt die Stromstärke individuell ein und leitet durch die Fitnessübungen. Man muss sich nämlich durchaus bewegen. Üblicherweise trainiert man mit Ausdauersport eher die roten Muskelfasern und mit Kraftsport eher die schnellen, weißen Muskelfasern. Die Elektrostimulation sorgt dafür, dass ab dem ersten Moment des Trainings nahezu 100 % der Muskelfasern aktiviert werden. Das macht das EMS Training so effektiv.

Video: EMS Training die Fitness Revolution bei SAM (ProSieben)

Großer Effekt in wenig Zeit

Verschiedene Studien der Sportfakultäten an den Universitäten in Nürnberg, Bayreuth und Köln haben sich mit dem EMS Training auseinandergesetzt. Sie gelangen nahezu einheitlich zu dem Ergebnis, dass EMS dazu geeignet ist, die Muskulatur aufzubauen. Das ist nicht weiter überraschend, kommt die Idee der elektrischen Stimulation von Muskeln ursprünglich aus dem Bereich der Rehabilitation. Dort wurde sie schon früher eingesetzt, um nach Verletzungen dem Abbau von Muskeln gezielt entgegenzuwirken. Neben einem effizienten Muskelaufbau hat EMS weitere Vorteile:

  • die Stärkung von schwer erreichbaren Muskelpartien ist möglich
  • EMS wirkt präventiv gegen Verspannungen und Rückenschmerzen
  • knapp 20 % mehr Kalorienverbrauch als bei denselben Übungen ohne EMS
  • geringer Zeitaufwand und wenig Platzbedarf

Gerade in Großstädten erfreuen sich die sogenannten „Mikrostudios“ großer Beliebtheit. Sie bieten selbst Personen mit engem Terminkalender die Option, sich mit ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche fit zu halten.

Der Fokus liegt auf der Muskulatur

Ein Kritikpunkt an EMS ist, dass in erster Linie die Muskulatur trainiert wird. So werden zwei Punkte, die normalerweise beim Sport eine ebenso große Rolle spielen, außer Acht gelassen.

 

Achtung aufgepasst! Einerseits erfolgt kein Konditionstraining. Dieses ist aber wichtig, um vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Auch wenn die 20 Minuten EMS Training anstrengend sind, ist es doch kein Ersatz für längeren Ausdauersport wie beispielsweise Joggen.

Andererseits fehlt der Aspekt der Koordination. Normalerweise trainieren wir unsere Muskeln im Zusammenhang mit bestimmten Bewegungen. So kann man beispielsweise die Beinmuskulatur durch Springen stärken. Wird der Beinmuskel ohne die konkrete Bewegung allein durch die elektrische Stimulation trainiert, kann man hinterher nicht unbedingt viel höher springen. Es fehlt die Optimierung des Beweungsablaufes.

EMS verspricht schnelle Erfolge

Bei EMS handelt es sich um ein wissenschaftlich fundiertes Training, das auch mit kurzen Trainingseinheiten nachweislich den Muskelaufbau fördert. Die relativ teuren Fitnesseinheiten lassen die Aspekte des Konditionstrainings und der Koordination weitestgehend außen vor. Besonders für Personen mit wenig Freizeit ist das EMS Training dennoch eine sehr gute Lösung, um ihren Körper regelmäßig zu fordern.

©istock – VITAL_ML

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