Take That, Backstreet Boys, ‚N SYNC – Die 90er gehörten den Boybands

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Fans bei einem Konzert

Kleiner Alterstest: Was haben Gary, Justin und Lee gemeinsam? Wer um die 30 Lenze auf die Waage bringt wird die Antwort kennen und wahlweise mit einem verzückten oder aggressiven „Ah“ reagieren. Denn kaum ein anderes Thema spaltete die Musikszene so sehr, wie die Boybands der 90er.

Zwischen Schmalz und Hip Hop

Richtig, Gary, Justin und Lee verdienten ihr Geld in den 90er Jahren mit ausgeklügelten Choreografien und Herzschmerz-Songs. Was schon bei den Beatles zum Phänomen wurde, setzte sich mit den zum Teil gecasteten Bands der 90er fort. Allen voran Take That bedienten die süßen Jungs die Genres von zart bis hart. Kreischende Mädchen, verzweifelte Eltern und überarbeitete Sanitäter – so stellten sich die Konzerte der Fünfergruppe aus England dar. Absolute Verzückung wenn Jason, Mark, Robbie , Gary und Howard dann auch noch blank zogen und mit freiem Oberkörper zu „Could it be magic“ die Bühne stürmten.

Gitarrist

Kaum bekannt war jedoch, dass die smarten Boys ihre Karriere in Schwulenclubs starteten – über den damaligen Manager bestanden zu der Szene die besten Kontakte. Wurde die Findung der Bandmitglieder im Jahr 1990 zunächst romantisiert, hieß es im Trennungsjahr ´95 einfach, man habe sich über eine Zeitungsannoce der Produktionsfirma gefunden – keine Spur von gemeinsamer Leidenschaft. Böse Zungen behaupteten gar, Sänger Robbie Williams hätte die Boygroup von Anfang an nur als Sprungbrett für seine Solokarriere benutzen wollen. Tatsächlich war es Gary Barlow, der mit einem Soloalbum vorpreschte, dann aber locker von seinem Kollegen Williams überholt wurde. Nach einem kurzen, erfolgreichen Comeback 2010 trennte sich die Band abermals.

Video: Backstreet Boys – Brisant (Germany)

Für die Bitches und alle, die Take That hassten

Take That fanden zahlreiche Nachahmer in Form der Backstreet Boys, N´Sync, Boyzone, den zarten Holländern von Caught in the act und ähnlichen Formationen. Wer den Hype um die Schmalzgesänge jedoch nicht nachvollziehen konnte, für den waren East 17 die Alternative. Die Jungs um Sänger Brian Harvey bedienten mit ihren leicht proletarischen Songs die Gegenbewegung zu den Liebesschwüren ihrer eingeölten Kollegen und mischten mit Hip Hop Sounds und Rocktönen eine andere Stimmung in das seichte Popgesäusel.

Auch wenn die Backstreet Boys hin und wieder versuchten, eine härtere Spur zu fahren, konnten sie den Bad Boys des Londoner East End in dieser Hinsicht nicht das Wasser reichen. Doch auch hier schmolzen Mädchenherzen, wenn East 17 zu Balladentönen griffen wie in „Stay another day“.

Achtung aufgepasst!

Boygroups made in Germany

Die deutschen Produzenten ließen sich nicht lumpen und formierten mehr oder minder erfolgreiche Boybands. Allen voran Bed & Breakfast, die mit „You made me believe in magic“ die Charts stürmten. Handgemachte Musik gab es Ende der 90er von „Echt“, einer ehemaligen Flensburger Schülerband, die tatsächliche ohne vorangeganges Casting zueinander gefunden hatten und sich erstmals mit deutschen Songs etablieren konnten.

Kaum einer wird sich jedoch daran erinnern, dass der heutige Chartstürmer Adel Tawil seine Karriere mit „The Boyz“ startete, den „deutschen Backstreet Boys“. Vollkommen in der Versenkung verschwunden ist das Bohlen-Projekt „Touché“. Nach ihrem Hit „Let the music heal your soul“ wurde es schlagartig wieder ruhig um Dieters Vorzeige-Jungs.

Sprungbrett oder Elend

Zahlreiche große Karrieren wurden in den 90er-Boygroups geschmiedet. Allen voran Robbie Williams konnte internationale und nationale Musiker an die Erfolge aus Boyband-Zeiten anknüpfen. Andere hingegen verkrafteten plötzlichen Ruhm und schnellen Abstieg nicht und scheiterten am Erfolgsdruck.

So lebt der East 17-Frontman heute von staatlichen Almosen. Doch waren seit den 90ern keine Boybands mehr so erfolgreich – so hat jedes Genre seine Zeit.

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Bildquellen:
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