Was hat es mit den Kinderprofilen von Google auf sich?

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Kinder spielen mit Smartphone

Im Sommer 2014 kündigte Facebook an, spezielle Profile für Minderjährige unter 13 Jahren einzuführen. Bereits damals spekulierten viele Beobachter darüber, wann der größte Konkurrent Google sich ebenfalls zu diesem Schritt entschließen würde. Schließlich geht es um eine potenziell sehr interessante Nutzergruppe – sind die Kinder erst einmal an einen Dienst gewöhnt, werden sie ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weiterhin nutzen.

USA verbieten das Datensammeln bei Kindern

Hintergrund der Facebook und Google Kinderprofile ist, dass es in den USA für Kinder unter 13 Jahren gesetzlich verboten ist, einen Online-Dienst zu nutzen, der Daten sammelt. Diese benötigen dafür die nachweisliche Zustimmung eines Erziehungsberechtigten.

Praktisch war dieser Nachweis für die Anbieter sehr aufwendig, weshalb sie lieber Nutzer vor dem entsprechenden Alter generell ausschlossen. Allerdings wurde dadurch auch kein Kind daran gehindert, sich mit einem falschen Alter trotzdem ein Profil anzulegen, denn eine Überprüfung der Angaben findet praktisch nicht statt. Die neuen Google Kinderprofile sollen diese Lage jedoch ändern und anders als vorher den Eltern auch einen Einblick in die Aktivitäten ihrer Sprösslinge erlauben.

Die Entwicklungen zu diesem Thema laufen bereits seit mehreren Jahren, wurden jedoch bislang nur wenig beachtet. Als Facebook jedoch 2014 einen Patentantrag auf Werkzeuge stellte, die genau diese Kontrolle auch möglich machen sollen, sah sich auch Google zu einer Stellungnahme gedrängt.

Offiziell betont der Konzern darin auch weiterhin, dass man sich nicht zu Gerüchten und Spekulationen äußern würde und die Arbeit in diesem Bereich nicht als Hinweis auf eine Einführung neuer Dienste zu verstehen sei. Hinter den Kulissen wird allerdings davon geredet, dass Facebook seinen Konkurrenten mit seinem Schritt in Zugzwang gebracht hätte.

Video: Internet für Kinder

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Plant Google ein Youtube für Kinder?

Anders als Facebook bietet Google jedoch noch zahlreiche weitere Dienstleistungen an, die innerhalb der Firmengruppe vernetzt sind. Deshalb dürften die geplanten Google Kinderprofile auch schwerer umzusetzen sein, falls diesen Zugriff auf alle Leistungen gewährt werden sollte.

Das dürfte einer der Gründe dafür sein, dass sich das Unternehmen zu weitreichenden Schritten entschlossen haben soll. Dazu gehört angeblich auch eine spezielle Version von Youtube, die altersgerechte Inhalte besitzen und einer schärferen Kontrolle unterliegen soll.

Google Letter auf Spielzeugeisenbahn

Das zumindest berichteten renommierte Zeitschriften wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung oder das Wall Street Journal unter Berufung auf interne Quellen in ihrer Online-Berichterstattung. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Entwicklung noch einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird, denn bislang sind weder konkrete Termine noch Details über die Google Kinderprofile nach außen gedrungen.

In der Vergangenheit ließ der Konzern jedoch regelmäßig vor der Einführung neuer Leistungen entsprechende Gerüchte streuen, die ihm eine höhere Aufmerksamkeit bei der Einführung sichern sollte.

Rechtliche Situation ist noch unklar

Achtung aufgepasst!
Die neuen Kinderprofile sind in erster Linie auf die US-amerikanischen Gesetze zum Schutze der Privatsphäre von Kindern ausgerichtet. Ob sie auch die ebenfalls strengen Richtlinien der EU erfüllen würden, ist jedoch noch vollkommen unbekannt. Allerdings sollen sie für die Betreiber in erster Linie Rechtssicherheit vor der amerikanischen Justiz schaffen, da Schadensforderungen und Bußgelder hier ungleich höher sind.

Eine solche Sicherheit scheint mittlerweile auch dringend notwendig geworden zu sein, denn bereits jetzt besitzen zahlreiche Kinder in der betroffenen Altersgruppe einen Account, den sie sich selbst angelegt haben, oder wurden sogar von ihren Eltern bei den sozialen Netzwerken angemeldet. Experten gehen deshalb davon aus, dass bereits heute bis zu sechs Millionen von ihnen auf Google und Facebook unterwegs sind – mit einem rechtlich unsicheren Status und weitgehend ohne elterliche Kontrolle.

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Titelbild: © Twin Design – shutterstock.com
Bildquelle: © Pavel Isupov – shutterstock.com

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