Tesla Model 3: Was kann das neue E-Mobil?

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Tesla Model 3 Was kann das neue E-Mobil

Aktuellen Pressemeldungen ist zu entnehmen, dass für das Tesla Model 3 Vorbestellungen im Wert von mehr als zehn Milliarden US-Dollar eingegangen wären. Bei einem Verkaufspreis von 35.000 US-Dollar pro Fahrzeug hätte Tesla damit Vorbestellungen für mehr als 285.700 Fahrzeuge bekommen. Wahrlich ein Quantensprung, wenn Sie diese Zahl mit den bisher zugelassenen Elektroautos vergleichen würden: Im Jahr 2015 wurden in den USA – von allen Herstellern zusammen – lediglich knapp 115.000 Autos zugelassen. Deshalb stellt sich die Frage: Was ist so faszinierend am Tesla Model 3, dass es sich verkauft wie warme Semmeln und die Vorbesteller sich um das Auto reißen?

Ausserordentliche technische Daten sprechen für Alltagstauglichkeit

Einer der Hauptkritikpunkte an den bisherigen Elektroautos war die geringe Reichweite bis zur nächsten Aufladung. Der Hersteller gibt die Reichweite mit 215 Meilen (etwa 346 Kilometer) an, womit auch längere Ausflüge oder Autobahnfahrten kein Problem darstellen dürften. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen echten Fünfsitzer, so dass keine Abstriche an der Alltagstauglichkeit zu machen sind. Der Sprint von 0 auf 96 Stundenkilometer soll in weniger als sechs Sekunden möglich sein, was für eine hohe Motorleistung spricht. Die Aufladung soll mit einem Schnellladekabel möglich sein, was lange Stillstandszeiten vermeiden helfen wird. Unter dem Motto „Beschleunigen nachhaltiger Fortbewegung“ wird das Modell wohl ab 2017 ausgeliefert werden.

Video: Tesla Unveils Model 3

Tesla ist ein junger, innovativer Autobauer – und steht vor Markteintrittsbarrieren

Die Markteinführung des Tesla Model 3 wird eine wahre Herausforderung werden: Anders als bei den Elektrofahrzeugen der bekannten, etablierten Autohersteller gibt es noch kein eigenes Werkstätten- oder Vertriebsnetz, welches sich beispielsweise in Deutschland um die Kunden kümmern wird. Es kann durchaus sein, dass sich dies als erhebliche Markteintrittsbarriere erweist da die Kunden ein flächendeckendes Netz von Autohäusern als notwendig ansehen. Zudem wird der Preis von 35.000 US-Dollar in den USA noch um einige Transportkosten sowie die notwendigen Anpassungen der Fahrzeuge an EU-Normen steigen. Damit bewegt sich dieses Hochleistungs-Elektroauto allerdings schon in einer Preisklasse, die für den Käufer ein enormes Risiko darstellt. Vielleicht werden die Käufer in Deutschland doch weiterhin auf den klassischen Verbrennungsmotor setzen, so dass sich der Erfolg des Model 3 nicht auf Deutschland übertragen lässt?

Der Wettbewerb um die Antriebsart der Zukunft ist noch nicht entschieden

Im Rahmen der Energiewende wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich der stufenweise Abschied vom klassischen mit fossilen Brennstoffen betriebenen Diesel- und Benzinmotor eingeläutet werden. Hohe Abgaswerte, die steigende Kostbarkeit von nicht regenerierbaren Treibstoffen und das gestiegene Umweltbewusstsein könnten die Menschen zu einem Umsteigen bewegen. Tesla’s Model 3 erscheint hier als beinahe vollwertige Alternative zu den bisherigen Fahrzeugen.

Achtung aufgepasst!
Allerdings gibt es noch andere Antriebskonzepte, die um die Gunst der Autofahrer buhlen: In Südamerika sind Biotreibstoffe schon heute an der Tagesordnung und können mit nur leichten Umbauten an den Verbrennungsmotoren verwendet werden. Deshalb wird die Entwicklung spannend bleiben, welche Antriebsart sich durchsetzen wird. Ein Hebel wird sicherlich auch die KFZ-Besteuerung bzw. etwaige Anreize für den Kauf von Elektroautos sein.

Eine der ersten vollwertigen Limousinen mit Elektroantrieb

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Model 3 von Tesla eine der ersten vollwertigen Limousinen mit Elektroantrieb ist und die bisherige Leistungslücke zwischen klassischem Verbrennungsmotor und Elektroantrieb ein Stück weit schließen hilft. Da Tesla das Auto von Grund auf neu konzipiert und keine Rücksicht auf die Verdrängung bisheriger, alter Modelle nehmen muss, kann der Autohersteller innovative Lösungen anbieten und Mobilität von Grund auf neu denken. Sollte der in den USA verlangte Preis einigermaßen fair für den deutschen Markt umgerechnet werden dann werden wir schon bald viele Tesla’s auf unseren Straßen sehen. Im besten Fall ist er auch ein Weckruf für die deutschen Autohersteller.

Titelbild: © istock.com – chasdesign

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