Kinofilm 12 Years a Slave: Mahnmal gegen die moderne Sklaverei

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Kinofilm 12 years a slave
Im fesselnden Drama „12 Years a Slave“ wird Protagonist Solomon Northup, ein freier Mann, entführt und über Jahre hinweg als Sklave gehalten. Was zur damaligen Zeit in den USA noch als üblich galt, ist leider auch heutzutage keine Seltenheit.

Wer ihn noch nicht gesehen hat, der sollte es schnell nachholen – wenn möglich noch im Kino, ansonsten auf DVD. Die Rede ist von Steve McQueen’s düsterem und melancholischem Sklavendrama „12 Years a Slave“.

Die fast unerträgliche Gewalt in dem Film tut weh, und das ist gut, denn so zeigt er ohne unpassende Rührseligkeit den wahren grausamen Alltag von Sklaven in den USA im 19. Jahrhundert. Ein Stück meisterhafter Erzählung mit den großartigen Schauspielern, allen voran Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor und Lupita Nyong’o, die das Publikum weltweit mit ihrer schauspielerischen Leistung gefesselt haben.

Moderne Sklaverei

Als Kinobesucher hat man es gut, so kann man den Film im dunklen Kinosaal zurücklassen. Zwar wird man den Film und die Gefühle, die er in einem ausgelöst hat, nicht so schnell los, aber nach einer kurzen Zeit hat einen der Alltag wieder und die Zeit zum Grübeln ist vorüber.

Doch auch heutzutage noch teilen viele Menschen auf dieser Welt das Schicksal von Solomon Northrup. Eine Welt, die sich modern gibt und doch auf so unglaubliche Weise in der Vergangenheit gefangen ist. Sie können ihr Schicksal nicht einfach so abschütteln und kämpfen tagtäglich ums Überleben. Offiziell ist die Sklaverei in allen Ländern verboten, doch leider fehlt in vielen Ländern eine konsequente strafrechtliche Verfolgung.

Nach Einschätzung von International Justice Mission (IJM), einer internationalen Menschenrechtsorganisation, die sich in 14 Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika für die Rechte der Opfer von Menschenhandel und Sklaverei einsetzt, befinden sich weltweit rund 30 Millionen Menschen in moderner Sklaverei. Die Betroffenen werden ausgebeutet, zur Arbeit gezwungen und misshandelt.

Nicht nur in der Dritten Welt

Einer der schlimmsten Fälle von Sklaverei ist die Ausbeutung von Kindern, die auf Plantagen, in Bordellen, als Bettler und Haushaltssklaven leben müssen oder als Kindersoldaten zum Sterben verdammt sind. Schockierend: Rund die Hälfte aller Sklaven auf dieser Welt sind Kinder und Jugendliche.

Es gibt noch viele weitere Arten moderner Sklaverei: politische Gefangenschaft, Zwangsprostitution sowie die klassischen Formen der Freiheitsberaubung, Leibeigenschaft, wirtschaftliche Ausbeutung und Nötigung. Knapp 30 Millionen moderne Sklaven schuften in Kohleminen, auf Baustellen oder Feldern. Sie werden gefangen gehalten, erniedrigt, unterdrückt und für Profit, Sex oder einfach aus Lust heraus ausgebeutet.

Wer glaubt, dass Fälle von Sklaverei nicht in unserer modernen westlichen Kultur vorkommen können, der sei jetzt daran erinnert, dass nur ein paar Monate zuvor drei Frauen in London aus jahrelanger Gefangenschaft befreit worden sind. Der Verdacht: Sklaverei! Nach Angaben der Walk Free Foundation (WFF) leben sogar rund 10.000 Sklaven in Deutschland.

Der Film als Inspiration zu Handeln

Das tatsächliche Ausmaß von Sklaverei ist schwer zu messen, und so bleiben die Zahlen von Menschenrechtsorganisationen nur Einschätzungen. Es wird allerdings befürchtet, dass noch viel mehr Menschen betroffen sind. Moderne Sklaverei sei ein verstecktes Verbrechen und existiere in vielen Formen, erklären die Gründer von WFF.

Auch die (Gast)Bauarbeiter, die für die jetzt stattfindenden olympischen Winterspiele in Sotschi eingesetzt worden sind, als auch die Arbeiter auf den Baustellen der Stadien für die Fußballweltmeisterschaften in Brasilien (2014) und Katar (2022)werden ausgebeutet. Sie leben unter miserablen Bedingungen, arbeiten zu einem Hungerlohn und unter gefährlichen Bedingungen.

Achtung aufgepasst!
Aidan McQuade, Direktor von Anti-Slavery International betont, wie wichtig der Film “12 Years a Slave” für unsere Gesellschaft ist, da er uns an eine Zeit grausamer Gewalt erinnert. Er hofft aber, dass der Film nicht nur dazu anrege über die Vergangenheit nachzudenken. Regierungen, Organisationen und die Gesellschaft sollen sich inspiriert fühlen im Kampf gegen Sklaverei aktiver aufzutreten. Es werde Zeit die Sklaverei ein für alle Mal zu besiegen.

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