Die Geschichte des Lotto – Wie Kugeln die Herzen der Deutschen eroberten

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Frau stellt sich Geld vor
Gewinnspiele faszinieren die Menschen seit Generationen – so auch in Deutschland. Bis es zur heute üblichen Spielweise „6 aus 49“ kam, sollte allerdings einige Zeit vergehen. Von der ersten öffentlichen Ziehung im 17. Jahrhundert bis zum Online-Live-Stream – die Lotterie lässt in Millionen Bundesbürgern allwöchentlich den Glücksritter erwachen!

Die erste Lottoziehung auf deutschem Staatsgebiet

Erfunden wurde das Lottospiel von den Genuesen. Das Losglück entschied dort ab dem 14. Jahrhundert über die Ratsmitgliedschaft. Die Stadtbevölkerung konnte darauf wetten, wer einer der „5 aus 90“ wurde. Schnell lockten satte Gewinne. Auf diese Weise Geld einzuheimsen, begeisterte auch die Einwohner anderer Handelsmetropolen. Es kommt deshalb nicht von Ungefähr, dass es ausgerechnet die Hamburger waren, die jenes Glücksspiel übernahmen.

Im Jahre 1614 veranstaltete der Senat eine Ziehung im Rathaus der Hansestadt. Waisenkinder zogen unter den Augen der Senatoren aus zwei aufgestellten, großen Weidenkörben die Gewinner. Dafür fassten sie zunächst in den Korb mit den Teilnehmernamen, um anschließend aus dem zweiten die dazugehörige Gewinnsumme zu ziehen. Das Spektakel wurde bis 1707 durchgeführt und ließ arme wie reiche Bürger auf einen großen Geldsegen hoffen. Denn: Die Lose waren günstig, sodass auch Finanzschwache sich die Teilnahme leisten konnten.

18. und 20. Jahrhundert: deutsches Lottoglück

Die Einführung der Zahlenlotterie fiel im Jahre 1771 der Stadt Braunschweig zu. Bis zu 50 Ziehungen jährlich wurden auf dem Aegidienmarkt vor den Augen der Öffentlichkeit abgehalten. Während der Kaiserzeit entstanden die Landeslotterien, die als Vorgänger für das heute noch immer existente System fungierten. Während der NS-Herrschaft wurde die Reichswinterhilfslotterie durchgeführt. Nachdem der Zweite Weltkrieg die deutschen Metropolen in eine Trümmerwüste verwandelt hatte, war es an Berlin, am 16. August 1945 eine Lotterie zugunsten des Wiederaufbaus einzuführen. Gezogen wurden nach dem alten Genuesen-Vorbild „5 aus 90“. Zehn Jahre später, genauer gesagt am 9. Oktober 1955 wurde im Hamburger Hotel Mau die erste Lottoziehung der BRD veranstaltet. Abermals waren es zwei Waisenkinder, die die nunmehr „6 aus 49“ zogen. Die Glückszahlen lauteten:

  • 13
  • 41
  • 3
  • 23
  • 12
  • 16

Die Einführung des Spielmodus „6 aus 49“ erhöhte die Gewinnchancen und zog immer mehr Spieler an. Bereits einige Monate später gelang es einem Aachener Bauarbeiter den ersten Millionenjackpot einzustreichen.

Video: Plötzlich Millionär! Glück und Unglück von Lotteriegewinnern

Fernsehen und Internet – Neues beim Lottospiel

War die Ziehung im Hotel Mau noch ohne mediale Übertragung ausgekommen, begann mit dem 4. September 1965 eine neue Ära. Das ZDF übertrug erstmals die Ziehung der Gewinnzahlen live im Fernsehen. Bis Spieler die Lotto-Zahlen online nachschauen konnten, war es zwar noch ein weiter Weg, doch repräsentiert die TV-Ausstrahlung zur Prime-Time eine Zeitenwende. Erstmals erfuhren Spieler in allen Teilen der Republik sofort und mit eigenen Augen, ob sie gewonnen hatten oder eben nicht.

Nach der Einführung des Mittwochslottos wurden jahrzehntelang sogar zwei Fernsehsendung pro Woche ausgestrahlt, die sich mit dem Glücksspiel beschäftigten. Am 29. Juni 2013 endete jene Epoche – ARD und ZDF stellten die Sendungen ein. Sinkende Einschaltquoten waren der Grund dafür. So kann die Ziehung dieser Tage ausschließlich per Live-Stream im Internet verfolgt werden – eine Tatsache, die der Wichtigkeit der Neuen Medien geschuldet ist.

Veränderungen? Ja. Aber die Spielfreude bleibt ungebrochen!

Auch wenn im Laufe der Lottogeschichte immer neue Methoden gefunden wurden, Menschen für die Kugeln und Tippfelder zu begeistern, so genießt das Glücksspiel noch immer größte Beliebtheit. Über Nacht reich zu werden – eine Traum, dem sich Millionen Bundesbürger jede Woche aufs Neue hingeben!

Titelbild: ©istock-SIphotography

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