Was macht Ego-Shooter so beliebt?

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Fernseher mit Ego-Shooter Spiel und im Vordergrund halten zwei Haende einen Controller

Bereits seitdem Spiele wie „Doom“ oder „Quake“ in Spielhallen ihren Siegeszug antraten, gehört der Ego-Shooter zu den beliebtesten Videospiel-Genres. Doch was macht das Ballern aus der Egoperspektive eigentlich so reizvoll (und so umstritten)?

Scharmützel aus der Ego-Ansicht – Das macht Ego-Shooter so besonders

Der Ego-Shooter wird auch 1st-Person-Shooter genannt und das bezeichnet die Perspektive, aus der der Spieler ins Gefecht zieht. Der Spieler wird in die Rolle der Spielfigur hineinversetzt und nimmt deren Perspektive an, sieht die Welt also aus den Augen seiner Figur. Dies sorgt für mehr Identifikation und ein direkteres Spielgefühl. Ursprünglich hatte dies aber technische Gründe, denn die fehlende Spielfigur war grafisch weniger aufwendig.

Inzwischen haben sich auch Horrorspiele, „Walking Simulatoren“ oder Puzzlespiele aus der Ego-Perspektive fest etabliert. Ego-Shooter dagegen legen den Fokus immer noch auf das Game- und Gunplay. Dabei unterscheiden sich eher stumpfe Shooter wie „Doom“ oder „Duke Nukem“ von objektivbasierten Spielen, welche Taktik und Stealth in den Vordergrund rücken. Hierzu zählen etwa Klassiker wie „GoldenEye“ oder „Rainbow Six“.

Gerade unter Jugendlichen sind Ego-Shooter extrem beliebt, denn das schnelle Gameplay und die grafische Opulenz der Titel sprechen viele Spieler im Teenager-Alter an. Auch deren schnelle Reaktionsfähigkeit macht junge Spieler prädestiniert für das teilweise radikal schnelle Gameplay der Titel. Entsprechend besitzen Spiele wie „Battlefield“, „Call of Duty“ oder „Counterstrike: GO“ eine eher junge Gemeinde an Spielern, welche die Karten verinnerlicht haben.

Es gibt jedoch durchaus spielerische Alternativen, so bieten einige Ballerspiele als Browsergames auch für ältere Spieler einen kostenlosen und einfachen Einstieg. Games wie das moderne „BeGone“ oder das klassisch gehaltene „Quake Live“ sind auch im Browser reizvoll.

Achtung aufgepasst!
Wer es dagegen taktischer, langsamer und realistischer mag, sollte einen Blick auf die „ARMA“-Reihe werfen, denn diese ist eher Militärsimulator als Shooter. Besonders im Trend liegen teamorientierte Online-Shooter wie „Team Fortress 2“ und „Overwatch“. Diese Games sind nämlich von Partie zu Partie extrem unterschiedlich, bieten Abwechslung und reichlich kosmetische Modifikationen, um Gamer langfristig bei der Stange zu halten.

Die Politik nennt sie Killerspiele – Was ist dran am „gefährlichen Ego-Shooter“?

Immer wieder werden Ego-Shooter von der Politik als Killerspiele bezeichnet und verantwortlich gemacht für Amokläufe und Attentate. Die gedankliche Brücke liegt nah, schließlich besteht eine verstärkte Identifikation mit dem Schützen im Ego-Shooter.

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Wirklich aussagekräftige Studien zum Thema gibt es nicht, zudem sind Ego-Shooter ein verbreitetes Genre und bei vielen Jugendlichen (auch bei weiblichen Gamern) beliebt. In Deutschland gibt es außerdem einen strengen Jugendschutz und einen Index für besonders gewaltverherrlichende Titel. Ein Großteil der Spieler sieht das Gameplay in Shootern ohnehin eher sportlich, nur sind kulturelle Sündenböcke politisch eben beliebt, vor allem bei älteren Wählern. Vor Videospielen standen gewaltverherrlichende Filme im Fokus der Politik, in den USA steht sogar Salingers „Fänger im Roggen“ auf dem Index. Spiele rund um Schützen sind eben leichter vom Markt zu nehmen als soziokulturelle und pädagogische Defizite.

Inzwischen gibt es Ego-Shooter mit kinderfreundlichen Inhalten (etwa „Garden Warfare“ oder „Splatoon“) und Gefahr geht oft eher auf finanzieller Ebene von den Spielen aus. So haben einige Free2Play-Titel eher den Ruf, schnelle Cashgrabs zu sein und Pay2Win-Modelle ins Gameplay zu implementieren. Auch Lotterie-Systeme wie bei „CS:GO“ sind in Verruf geratene Finanzierungsmodelle, in deren Umfeld sich eine wahre Schattenwirtschaft gebildet hat.

Darum sind Ego-Shooter so beliebt – Ein Genre, ein Siegeszug

  • Voller Überblick: Beim Ego-Shooter ist der Spieler voll auf das Match konzentriert, Zielen und Bewegen stehen hier gleichberechtigt im Vordergrund.
  • Taktik und Strategie: Wie kaum ein anderes Genre fordern Ego-Shooter von den Spielern blitzschnelle Reaktionen und Entscheidungen auf taktischer Ebene, während gleichzeitig strategische Planungen für Team-Auftstellungen und Matchentscheidungen getroffen werden müssen.
  • Ideal für Multiplayer: Ego-Shooter sind als Mehrspielertitel so beliebt, weil schnelle Partien und rasante Action kurzfristig ebenso fordern, wie sie langfristig faszinieren. Und im Duell mit echten Mitspielern können Gamer sich ideal messen.
  • Die Abwechslung macht den Unterschied: Gerade Online-Shooter besitzen ein hohes Maß an Abwechslung, denn keine Partie ähnelt der vorherigen. Dieser Chaosfaktor sorgt nicht nur für individuelle Matches, sondern lockert auch den ernstesten Militärshooter mit humorigen Zwischenfällen auf.

In der Hitze des Gefechts

Ego-Shooter werfen ihre Spieler direkt ins Gefecht. Mit einer Schusswaffe, schnellen Reaktionen und taktischem Geschick liefern Spieler sich untereinander oder mit Bots Duelle auf Augenhöhe. Dass viele Shooter dabei grafisch zu den opulentesten Games auf dem Markt zählen und ihre Spieler zum Protagonisten in einer packenden Story machen, sorgt für die fesselnde Atmosphäre des 1st-Person-Gameplays.

Titelbild: © istock.com – michal-rojek

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