Die Echo-Verleihung 2018: Der Rapper-Skandal & alle weiteren Highlights

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Roter Teppich der ins Blitzlichtgewitter führt
Seit 1992 gibt es ihn und auch 2018 wurde die begehrte Trophäe wieder verliehen. Die Echo-Verleihung hat dieses Jahr wieder unzählige Musikfans vor den Fernseher gelockt und mitfiebern lassen. Die Show glänzte mit vielen Highlights und auch der übliche Skandal durfte nicht fehlen.

 

Skandalöse Rapper oder die Stimme aus dem Volk?

Jede Show braucht ihren Skandal und bei der Echo-Verleihung 2018 trug er die Namen Kollegah und Farid Bang. Die Rede ist von zwei Battle-Rappern, die sich gegenseitig mit anrüchigen Reimen und derben Sprüchen ein Duell der Sonderklasse leisten. Tabubrüche sind ein beliebtes Stilmittel im Battle-Rap – trotzdem heimsten die beiden Hip-Hopper den Echo in der Kategorie Hiphop/Urban national den Preis ein. Bedenklich ist, dass vor der Preisverleihung niemand über die Nominierung empört gewesen ist und es ist zu vermuten, dass es auch keinen Skandal gegeben hätte, wenn die beiden Rüpel-Rapper leer ausgegangen wären.
Doch das ist nicht passiert, der Echo ging an die kommerziell erfolgreichen Rapper mit den fragwürdigen Songtexten und brachte Stars der deutsche Musikszene dazu, ihren Echo zurückzugeben. Ein gerechtfertigter Prostest oder scheinheiliger Aktionismus im Nachhinein?

 

Die Echo-Verleihung 2018 – zurückgegebene Preise und Verkaufszahlen

Auf jeden Fall war die Rückgabe des Echos seitens Marius Müller Westernhagen ein Highlight – wenngleich auch ein negatives. Auch Notos Quartett und Klaus Voormann gaben den Preis im Nachhinein zurück. Der einzige der hinter den beiden nun preisgekrönten Rappern stand war Campino, der in seiner Dankesrede zu mehr Toleranz aufrief.

Der Aufreger um den es überhaupt ging und nach wie vor geht, ist die holocaustverherrlichende Textzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen, eine Zeile die von Ignoranz geprägt ist und nicht zu entschulden ist. Aber das ist das generelle Problem bei Künstlern wie Kollegah oder Farid Bang. Es geht um Straßenrap, um derbe, verletzende Sprüche und quasi um eine ganz eigene Musikkultur.

Was vielmehr beunruhigen sollte ist jedoch die Tatsache, dass die Verkaufszahlen zeigen, dass diese Art von Musik großen Anklang findet. Der gewonnene Echo und die Performance von Kollegah und Farid Bang sind nur die Spitze des Eisberges.

 

Video: Campino Ansage an Kollegah und Farid Bang Echo 2018

 

Die wirklichen Highlights der Echo-Verleihung 2018

Neben dem Rapper-Skandal fand natürlich auch noch die ganz normale Preisverleihung statt, die leider nahezu komplett in den Hintergrund gerückt ist. Über einen Echo freuen konnten sich unter anderem:

  • Die Toten Hosen / Rock national
  • Luis Fonsi / Newcomer national
  • Santiano / Volkstümliche Musik
  • Helene Fischer / Schlager
  • Pink / Künstlerin international
  • Ed Sheeran / Künstler international & Album des Jahres & Hit des Jahres

Vor allem über Helene Fischer freuten sich die Fans, denn diese feierte ein kleines Comeback, nachdem sie letztes Jahr leer ausgegangen war.

Der Echo für das soziale Engagement war ein besonders schönes Highlight. Er ging an Sebhat und Tedros Twelde, die seit 2016 ein jährliches Benefizkonzert namens Peace by Peace zu Gunsten benachteiligter Kinder in Krisenländern und auf der Flucht veranstalten.

Skandal überschattet viele schöne Momente

Achtung aufgepasst! Die Echo-Verleihung 2018 machte im Nachhinein mehr von sich reden als im Vorfeld. Den ganzen Medienrummel rund um den Skandal-Echo in der Kategorie Hiphop/ Urban national hätten die Verantwortlichen wohl lieber vermieden. Es wäre bestimmt auch für den interessierten Zuschauer schöner gewesen, wenn andere Highlights im Gedächtnis geblieben wären – Highlights die es durchaus gab, die aber leider zur Nebensache wurden.

Titelbild: ©iStock.com – vchal

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