Tarantino-Klage: Gawker wehrt sich gegen Leak-Vorwürfe

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Viele Fans reagierten schockiert, als Quentin Tarantino sein Western-Projekt „The Hateful Eight“ abbrach. Das Drehbuch war an Außenstehende gelangt, die Website Gawker hatte es öffentlichkeitswirksam verlinkt. Tarantino geht nun juristisch gegen die Homepage vor.

Tarantino sagte Film wegen geleaktem Drehbuch ab

Das Drehbuch für den Western „The Hateful Eight“ hatte Tarantino bereits ausgearbeitet, er machte sich an die konkrete Umsetzung: Doch dann kam der Schock. Der komplette Text tauchte als Leak im Internet auf, das Informationsportal Gawker verlinkte darauf und machte es so einem breiten Publikum bekannt.

Enttäuscht vermeldete der Star-Regisseur den sofortigen Stopp des Projekts. Er zeigte sich erschüttert, dass ein Beteiligter das Drehbuch weitergegeben hatte. Außer ihm verfügten nur sechs Menschen über den Text, darunter die Schauspieler Michael Madsen, Bruce Dern sowie Tim Roth und der Produzent von „Django Unchained“, Reggie Hudlin. Tarantino weiß bis heute nicht, wer von diesen Personen die Verantwortung trägt. Deswegen konzentriert er sich in seinen juristischen Schritten auf das Portal Gawker.

Urheberrechtsverletzung: Regisseur verklagt Website Gawker

Tarantino wirft dem Onlinemagazin vor, sein Copyright auf das Drehbuch verletzt zu haben und fordert Schadensersatz. Juristische Vertreter der Firma weisen diesen Vorwurf zurück und haben einen Antrag gestellt, die Klage abzuweisen. Sie argumentieren damit, dass das Portal die Urheberrechtsverletzung nicht verantworten würde.

Es habe in einer Nachricht über den Leak alleine durch einen Link darauf hingewiesen, wo sich das veröffentlichte Dokument befindet. Den illegalen Inhalt habe es nicht publiziert. Tatsächlich steht in der Meldung nur ein Link auf eine Plattform, auf der Nutzer anonym Dateien hochladen können. Tarantino vertritt aber die Auffassung, dass es sich um keinen journalistischen Artikel im eigentlichen Sinn handele.

Diese Einschätzung lässt sich nachvollziehen, die Gawker-Macher beschränken sich unter einer reißerischen Überschrift auf den Hinweis auf die Seite. Damit haben sie dazu beigetragen, dass eine große Anzahl an Menschen das Drehbuch abgerufen hat. Daraufhin entfernte z.B. Google einige Suchergebnisse zum Thema, wollte jedoch nicht alle verdächtigen Seiten aussperren.

Ausgang der Auseinandersetzung offen

Fraglich bleibt, ob Quentin Tarantino mit seiner Klage eine Chance hat. Hätte Gawker den Text auf seiner eigenen Seite publiziert, würde ein klarer Fall einer Urheberrechtsverletzung vorliegen. Bei Verlinkungen auf andere Seiten lässt sich das schwieriger beurteilen.

In der Regel urteilen Gerichte, dass sich Homepagebetreiber für die Inhalte auf verlinkten Seiten nicht verantwortlich zeichnen. Es könnte aber anders aussehen, wenn ein Portal auf eine Homepage mit so offensichtlich illegalem Inhalt verweist. Eine spannende Rechtsauseinandersetzung könnte folgen, Informationen über die Entwicklung finden sich unter www.welt-blog.ch.

Tarantino setzt Skandal-Website Gawker unter Druck

Achtung aufgepasst!
Quentin Tarantino wird wahrscheinlich nicht mehr herausfinden, wer sein Drehbuch geleakt hat. Zumindest möchte er aber das Portal Gawker bestrafen, das erst für die massenhafte Verbreitung gesorgt hat. Die Seite sieht sich nicht zum ersten Mal mit einer Klage konfrontiert, die Betreiber gehen oftmals skrupellos vor und ziehen den Unmut von Hollywood-Stars auf sich.

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